RÜCKBLICK AKTIVITÄTEN 2022


Dienstag, 15. November 2022

 

Die Kreisarchäologin Delia Hurka berichtet ausführlich von den archäologischen Funden.

 

Neues von den alten Neufahrnern

 

– die archäologischen Funde der jüngsten Zeit  

 

Die Ausgrabungen sind für die Ortsgeschichte sensationell: Im Frühjahr 2021 wurde bei archäologischen Untersuchungen am Pfarrweg zahlreiche Häuserspuren und sieben vollständig erhaltene Skelette gefunden. Die Leichen sind 1.200 Jahre alt. Ihre Gräber waren Teil einer Ansiedlung aus der Karolinger-Zeit um 800 nach Christus, also zur Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes. Die Ortsgeschichte muss nicht umgeschrieben werden, aber die Funde stellen eine ganz wichtige Quelle zur Frühzeit des Ortes Neufahrn dar. Doch damit nicht genug: Bei den Sanierungsarbeiten für das alte Mesnerhaus wurden mehr als 100 Gräber aus früheren Jahrhunderten freigelegt. Und schließlich fand man im Frühjahr dieses Jahres bei Bauarbeiten zwischen Neufahrn und Mintraching ein Hockergrab, in dem vor etwa 3.000 Jahren ein Mensch bestattet wurde.

 


Sonntag, 6. November

 

Achtung! Diese Führung ist auf 15 Teilnehmer begrenzt und wird zunächst nur für die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins angeboten! Für eine größere Gruppe ist eine Friedhofsführung nicht möglich. Deswegen sind im Frühjahr weitere Führungen geplant, die dann auch öffentlich offeriert werden.

 

Nicht erst die jüngsten, zahlreichen Grabfunde aus früheren Jahrhunderten bei der Sanierung des historischen Mesnerhauses sind Quellen für die Ortsgeschichte. Auf dem alten Kirchenfriedhof liegen frühere Bürgermeister begraben und Menschen, die einem Unglück zum Opfer gefallen sind. Auch die Namen zahlreicher „für das Vaterland Gefallener“ finden sich auf den Grabsteinen. Der alte Kirchenfriedhof wurde 1953 aufgelassen. Die Führung mit Ernest Lang spiegelt die Geschichte des Ortes und seiner Bewohner in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.  


Sonntag, 16. Oktober 2022, 14 Uhr

Kirchenführung 

 

Arme und Reiche pilgerten zu Sankt Wilgefortis – Kirchenführung durch die alte Pfarr- und Wallfahrtskirche in Neufahrn mit Ernest Lang,

 

Der Freisinger Fürstbischof Veit Adam von Gepeckh pilgerte während des 30-jährigen Krieges dreimal nach Neufahrn. Die bayerische Kurfürstin Maria Anna stiftete 1660 100 Dukaten für den prächtigen, neuen barocken Hochaltar. Bauern, Mägde, Knechte, Handwerker und Edelleute suchten im 17. und 18. Jahrhundert Hilfe und Trost bei der „Kümmernis“ in Neufahrn. Rund 60 Pilger-Gruppen aus der näheren und weiteren Umgebung machten sich alljährlich auf den Weg in das arme Bauerndorf Neufahrn zur Heiligen Wilgefortis und luden vor dem altehrwürdigen Kreuz ihre Sorgen ab. Der romanische, bekleidete Herrscher-Christus am Kreuz, ab 1600 als Heilige Wilgefortis gedeutet, zählt zu den ältesten Holzplastiken Bayerns. Geschichte und Geschichten zur Kirche und zur Wallfahrt erfährt man bei der Kirchenführung.


Dienstag, 6. September 2022

 

Zeitzeugengespräch mit Alfons und Lorenz Hecher zu Olympia 1972.

 

Die Gebrüder Hecher aus der Gemeinde Neufahrn waren vor 50 Jahren Olympia-Teilnehmer.

Im Zeitzeugengespräch mit Ernest Lang vom Heimat- und Geschichtsverein werden Erinnerungen an die Olympischen Spiele in München wach.


 

Die Jahreshauptversammlung 2022 mit Neuwahlen

sowie 10 Jahre Heimat- und Geschichtsverein

ist für: Dienstag, den 05. Juli 2022 geplant. 


VORTRAG am Dienstag, 17. Mai 2022

20 Uhr im Hotel-Gasthof Maisberger, Neufahrn Bahnhofstr. 54

Vortrag von Karlheinz Zenker: Elendsmärsche in den allerletzten Kriegstagen durch den Landkreis Freising.

 

Auch durch unsere Gemeinde wurden tausende KZ-Häftlinge zu Fuß aus Straubing kommend in Richtung Dachau getrieben, nicht wenige wurden von fanatischen SS-Wächtern erschossen und am Straßenrand liegen gelassen, wenn sie ermattet nicht weiterkonnten. Der letzte Häftlingskonvoi traf am 29. April 1945, von Massenhausen kommend in Neufahrn ein, wenige Stunden bevor die Amerikaner den Ort besetzten. Diesen letzten Transport hat der frühere Neufahrner Kirchenpfleger und Heimatchronist Josef Pleßl, der als Volkssturmmann den Zug nach Goldach führen musste, ausführlich beschrieben. Karlheinz Zenker, pensionierter Bundeswehr-Oberstleutnant, ist Vorsitzender des Heimat- und Traditionsvereins Hallbergmoos. Er hat über Jahre hinweg die Geschichte der Elendsmärsche erforscht und in einem erschütternden Buch zusammengefasst.  


Zeitzeugengespräch am Dienstag, den 26. April 2022

20 Uhr im Hotel-Gasthof Maisberger, Neufahrn Bahnhofstr. 54

Eintritt frei! - Es gelten die aktuellen Corona-Regeln! - 

 

Die Weltkarriere eines Neufahrners

 

Zeitzeugengespräch mit Prof. Dr. Rudolf Staudigl

langjähriger Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG

 

Er zählt zur Elite der deutschen Topmanager: Professor Dr. Rudolf Staudigl, von 2008 bis 2021 Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie, jetzt immer noch Mitglied in Aufsichtsräten großer Firmen. Er kommt am Dienstag, 26. April, um 20 Uhr zum Zeitzeugengespräch des Heimatvereins nach Neufahrn. Staudigl schaut über den Tellerrand hinaus: Unternehmensverantwor­tung, Energiewende, Standort­politik, globaler Handel und weltweite Produktion, die Abhängigkeit Deutschlands vom russischen Gas und Erdöl, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie - das sind Themen, mit denen Staudigl als Verantwortungsträger konfrontiert ist.

 

Rudolf Staudigl, Jahrgang 1954, „der Rudi“, ist in Neufahrn aufgewachsen, er war Ministrant und aktives Mitglied der Neufahrner Feuerwehr. Er lebte bis 1981 mit seiner Familie hier. Von 2008 bis Mitte vorigen Jahres stand er an der Spitze des Welt-Unternehmens Wacker Chemie. Wacker ist ein Global Player mit mehr als 14.000 Mitarbeitern in Produktionsstätten in China, Indien, Südkorea, Nor­wegen, Tschechien, Brasilien, den USA und Deutsch­land. Der Jahres-Umsatz liegt bei rund sechs Milliarden Euro.

 

Staudigl hat am Freisinger Hofmiller-Gymnasium sein Abitur abgelegt, studierte dann in München und promovierte in Chemie. Anschließend Forschungstätigkeit an der Harvard-University in Cambridge (USA), jahrelang Füh­rungskraft der Wacker-Niederlassung in Portland (USA). Seit 1995 im Vorstand und ab 2008 Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG. Er ist Honorarprofessor an der TU München, war Mitglied des Zukunftsrates der Bayeri­schen Staatsregierung bei Minis­terpräsident Seehofer und Präsidiumsmitglied des Verbandes der Chemischen Industrie Deutschlands. 2019 wurde er mit dem selten vergebenen Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

 

 

Der Topmanager hat darüber seine Wurzeln nicht vergessen. Sein früh verstorbener Vater war Ar­beiter, seine Mutter lebt nach wie vor im Einfamilienhaus in Neufahrn, das sich die Eheleute Staudigl in den 1950er Jahren mit eigenen Händen erbaut haben. „Der Rudi“ stellt sich den Fragen von Ernest Lang, Chefreporter i. R. des Bayerischen Rundfunks. Der Gesprächsabend mit Rudolf Staudigl war bereits im Jahr 2020 geplant, musste damals aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.